
Jeder, der heute schon die allseits bekannte Suchmaschine mit G genutzt hat und dessen Maus sofort von der nautischen Gestaltung des Namens angezogen wurde, wird es schon wissen:
Jules Verne, Vater der Science Fiction, Traumingenieur zahlreicher Generationen und kühner Erfinder der Moderne, wäre heute 183 Jahre alt geworden.
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Wer ihn heute noch liest? Ich zum Beispiel.
Als Angehörige einer Generation, die derart bibliophob ist, dass dem Großteil noch nicht einmal aktuelle Bestsellerautoren bekannt sind ('Wer is'n John Irving, hä?'), kann ich nun von mir behaupten, das schöpferische Talent Jules Vernes voll und ganz zu bewundern.
Wie kann das bitte möglich sein, dass ein solcher Schriftsteller jemandem nicht bekannt ist?
Natürlich ist nicht jeder vor einer Bücherwand groß geworden, aber 'In 80 Tagen um die Welt' oder '20.000 Meilen unter Meer' müssen doch jedem ein Begriff sein! Und sei's nur der zahlreichen Verfilmungen wegen.
Ich selbst habe Jules Verne auch mit 17 zum ersten Mal gelesen.
Doch von ihm gewusst habe ich quasi schon immer.
Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, als ich die Disney-Verfilmung von '20.000 Meilen unter dem Meer' aus dem Jahre 1954 im Fernsehen sah. Ich habe sie mir damals vielleicht auch nicht sonderlich aufmerksam angesehen. Aber ein Bild hat Eindruck auf mich gemacht: Kapitän Nemo, wie er vor dem riesigen Bullauge steht und auf die Unterwasserwelt blickt.
Dieses Bild ist im Laufe der Jahre zu einer Art Gefühl geworden...ich kann es garnicht beschreiben. Es hat einfach gewirkt. Und schlummerte jahrelang in mir.
Bis es plötzlich den impulsiven Wunsch in mir auslöste, doch endlich einmal die Vorlage zu lesen.
Ich tat es und war zutiefst beeindruckt. Abenteuerlich, verblüffend vorausblickend und voll von einem ganz besonderen Gefühl, das sich meines Erachtens nach am besten mit dem Aquarium aus dem Karneval der Tiere beschreiben lässt.
Und ich fragte mich, wie ich den Roman 10 Jahre früher empfunden hätte. Wäre es nicht schön gewesen, den Reichtum der Tiefe mir Kinderaugen zu sehen?
Eine Frage, auf die ich natürlich keine Antwort finden konnte.
Vielleicht werden meine Kinder sie mir eines Tages beantworten können.
Übrigens erzählte mir meine Großmutter väterlicherseits einmal auf Nachfrage von ihrem Lieblingsbuch: Die Kinder des Kapitän Grant.
Und wer hat's geschrieben?
Jules Verne...
Alles Gute, verehrter Herr Verne!
Liebes Mondenkind,
AntwortenLöschenwas für ein liebevoller Geburtstagstext! Herr Verne freut sich bestimmt sehr und ich mit. Die Hauptsache ist doch die, dass du ihn jetzt gelesen und für dich entdeckt hast. Lieber spät als nie. Ich denke, es geht fast jedem so, dass er eine Autorin oder einen Autor als Kind verpasst hat. Und noch was: Wer braucht schon kurzlebige Bestseller? Auf die guten Bücher kommt es an. Jene, die bleiben und bleiben, selbst wenn sich viele Jahre zwischen ihnen schieben.
Herzlichst,
Klappentexterin
Hab Dank, liebe Klappentexterin!
AntwortenLöschenUnd ja, auf die unsterblichen Buchstabenmeere kommt es an. Auf jene, die nie austrocknen und stets einen Tauchgang lohnen werden.
Mit den bibliophilsten besten Grüßen,
Mondenkind